Freitag, 13. Februar 2009 at 15:41
“Ich male, weil ich eine Frau bin” erklärte einst Marlene Dumas. Heute zeigt die Ausstellung Körper, Gesicht und Seele von Katharina Schellenberger zum internationalen Frauentag Werken zu Themen, die vor allem Frauen beschäftigen. Die Bilder stellen laut der Künstlerin auch eine Herausforderung für die Betrachterin/den Betrachter dar.

Man kann den Titel der Ausstellung wie eine Klimax verstehen: erst sieht man die Körper; meist sind es klassische Akte von Frauen, wobei das Wort klassisch so nicht stimmt. Denn die Künstlerin will nicht in erster Linie einen Körper möglichst exakt erfassen und auf Papier bannen, sondern die Emotionen einfangen, die während des Aktmalens auftreten, die Assoziationen aufspüren, die eine Aktposition weckt.
Vom Körper gelangt man zum Gesicht: Doch auch die Darstellungen der Köpfe sind keine Portraits im eigentlichen Sinne. Als Vorlage dienen der Künstlerin oftmals Fotos aus Zeitschriften. Doch warum sollte die Malerin ein Bild nochmal erschaffen, das schon existiert? Sie interessiert vielmehr, was hinter diesen Gesichtern steckt, was auf dem Foto so nicht sichtbar ist. Dazu hatte die Künstlerin bei ihren Bildern eine Abkratztechnik verwendet. Durch das Freikratzen der unteren Farbschichten mit Hilfe eines Skalpells, wurde der Eindruck geweckt, als würden Masken vor den Gesichtern zerbröckeln. In den neuen Serien der Köpfe verwendet die Malerin eine Lasurtechnik, die durch die vielen übereinander liegenden transparenten Farbschichten das Innere der Personen durscheinen lässt.
Dieses Innere oder “Seele” steckt in vielen Bildern. Im Werkzyklus der Fantasien rückt es jedoch in den Vordergrund. Die großformatigen Seelenlandschaften haben sich weitestgehend vom Figürlichen gelöst. Doch ab und an tauchen die Köpfe wieder auf, dann meist als Beobachter, Fratze oder Teufel neben verfremdeten Abbildungen von Modellen. Die Bilder setzen sich aus Erinnerungen, Sehnsüchten, Ängsten, Lügen zusammen und es bleibt dem Betrachter überlassen, eine Geschichte zu erfinden.
In vielen Werken werden existentielle Fragen im Zusammenhang mit Geburt, Schwangerschaft, Tod, Sexualität verarbeitet. Gerade weil diese Themen viele Menschen -und spezielle Themen vor allem Frauen- beschäftigen, stellen die Bilder von Katharina Schellenberger auch eine Herausforderung für die Betrachterin/den Betrachter dar.
Ort: Mohr- Villa | Situlistr. 75 | München Freimann | Tel.: 089/3243264
Datum: 7.3.-28.3.2009
Vernissage: 7.3.09 | 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: Di/Fr 10-14 Uhr, Do 11-18 Uhr, So 17-20 Uhr n.Vbg.